Tekla Deutschland BIM Awards: Herausragende BIM-Projekte in Deutschland

Eschborn, 10. Juni 2014 – Die Gewinner des diesjährigen Modellwettbewerbs von Tekla stehen fest: Die Erweiterung eines Krankenhausgebäudes in Stuttgart, die Museumsbrücke in Bozen und ein Kraftwerk-Filterhaus in Berlin wurden für den beispielhaften Einsatz von Building Information Modeling (BIM) Software ausgezeichnet.

Das Siegerprojekt ist der Erweiterungsbau des Marienhospitals in Stuttgart. Das ortsansässige Unternehmen Boll und Partner verantwortet die Tragwerksplanung für den Umbau und die Erweiterung der Intensivstation. Die besondere Herausforderung dabei: die Arbeiten dürfen den Klinikbetrieb nicht beeinträchtigen. Gleichzeitig müssen Gebäudekonstruktion, Installation sowie Elektro- und Medizintechnik perfekt aufeinander abgestimmt sein.

Boll und Partner  nutzt die BIM-Software Tekla Structures unter anderem für die Abstimmung mit den Fachplanern. Der Datenaustausch erfolgt über IFC-Projektdateien auf einem gemeinsamen Server. Zusätzlich wurde das kostenfreie BIM-Kollaborationstool Tekla BIMsight für die Kollisionsprüfung und zur Projektkommunikation in den Baubesprechungen verwendet. Das Gebäude befindet sich noch im Bau und soll 2015 fertiggestellt werden.

Der Umbau des Marienhospitals in Stuttgart findet bei laufendem Betrieb statt.

Den zweiten Platz belegt die Museumsbrücke in Bozen. Die Firma Max Bögl war für die Stahlbau- und Ortbetonplanung der Rad- und Fußgängerbrücke verantwortlich. Die Brücke besteht aus zwei Elementen, die als korrespondierende schwingende Kurven konzipiert sind. Durch die tragende metallische Außenhaut der Brücke und die durchlaufenden Metallstege im Inneren überquert sie freitragend den Wildbach Talfer.

Dank der Planung in Tekla Structures konnte die komplexe Geometrie der Brücke fehlerfrei modelliert werden. Das Modell der geschwungenen Außenhaut erstellten die Ingenieure aus einer Punktewolke. Die einzelnen Blechelemente konnten dann auf Basis des Modells exakt zugeschnitten werden.

In zwei elegant geschwungenen Bögen überquert die Museumsbrücke in Bozen den Wildbach Talfer.

Der dritte Platz geht an die Firma Voss und Kamb aus Kaiserslautern für Tragwerks-, Ausführungs- und Stahlbauplanung eines Kraftwerk-Filterhauses in Berlin. Das Team bildete die komplette Maschine einschließlich des konventionellen Stahlbaus ab. Mit Tekla Structures war es dabei möglich über den klassischen Stahlbau hinaus anspruchsvolle Blechkonstruktionen in einem System zu konstruieren.

Da nur eine sehr schmale Baulücke für das Bauwerk zur Verfügung stand, musste sichergestellt werden, dass es auch während der Bauphase zu keinen Kollisionen mit den bestehenden Bauteilen kommt. Dafür erarbeitete das Team auf Basis des BIM-Modells ein anspruchsvolles Montagekonzept, das einen reibungslosen Ablauf sicherstellte. Auch die Zusammenarbeit und Koordination mit anderen Gewerken lief dank der zahlreichen Schnittstellen problemlos. Dabei arbeiteten bis zu sieben Konstrukteure und Statiker gleichzeitig im Modell.

Das Kraftwerk-Filterhaus von Voss und Kamb in Berlin musste in eine enge Baulücke eingepasst werden.

Die Gewinner wurden von einer Fachjury aus Branchenexperten ausgewählt: Hans-Georg Oltmanns, Honorarprofessor im Fachbereich Bauwesen und Geoinformation der Jade-Hochschule Oldenburg, Fachjournalist Dr. Burkhard Talebitari sowie Sascha Hamanke, Leiter der Abteilung für Produktentwicklung bei Tekla Deutschland. Auch das Ergebnis der Online-Abstimmung floss in die Bewertung mit ein.

Die Siegerprojekte wurden auf dem Tekla Structures Anwendertreffen am 15. und 16. Mai 2014 in Darmstadt bekanntgegeben. Der Gewinner nimmt am globalen Modellwettbewerb von Tekla Ende des Jahres teil.

Preisverleihung der Tekla Deutschland BIM Awards 2014 (von links): Lino Caiazzo (Voss & Kamb und Partner, 3. Platz), Thomas Janka (Max Bögl, 2. Platz), Hinrich Münzner (Boll und Partner, 1. Platz) mit Tekla Deutschland Geschäftsführer Pekka Taavitsainen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb, den Gewinnern und den anderen teilnehmenden Projekten finden Sie hier.