Rio de Janeiro: Vom Olympiastadion zur Schule mit Building Information Modeling

Als Austragungsort der Olympischen Spiele ist Rio de Janeiro Gastgeber für 10.000 Sportler aus 200 Ländern. Für die Wettkämpfe entstanden zahlreiche neue Sportstätten, darunter zwei Stadien, die der brasilianische Stahlbauer Brafer mit den Tekla BIM-Lösungen von Trimble realisiert.

Bauwerke für große sportliche Ereignisse sind nicht selten umstritten, denn oft werden sie nach den Wettkämpfen nicht mehr sinnvoll genutzt. Dank intelligenter Planung ist dies in Rio de Janeiro nicht der Fall. Viele der Sportarten finden in existierenden Stadien statt, in denen sich sonst die Sambatänzer zum Karneval. Die von Brafer errichteten Stadien werden später als Schulen und Freizeitstätten dienen. Für die anspruchsvolle Aufgabe entschied sich das Unternehmen für die Building Information Modeling (BIM) Software Tekla Structures für Entwurfsplanung, Ausführungsplanung und Fertigung.

 

„Dies sind sehr komplexe Bauten, die sehr akkurate Arbeit erfordern“, erklärt Gustavo Polidoro Manager im Bereich Hochbau bei Brafer. So sind die Träger der Future Arena beispielsweise überdurchschnittlich schwer. Die Youth Arena in Deodoro beinhaltet viele Rohrfachwerke. Tekla Structures verfügt über spezifische Werkzeuge für die Modellierung von Schneid- und Schweiß-Vorbereitungen. „Die hier erforderliche Präzision bieten uns nur die Werkzeuge von Trimble“, so Gustavo Polidoro.

Gebäude recyceln: Aus einer Arena werden vier Schulen

Die Future Arena zählt zu den wohl beeindruckendsten Sportstätten Rios, vor allem da es sich bei dem Bauwerk  mit einer Fläche von 1,18 Millionen Quadratmeter um eine temporäre Architektur handelt. Das Stadion, das für Handball und Goalball-Wettkämpfe genutzt wird, wird nach den Spielen vollständig demontiert und in insgesamt vier Schulen umgewandelt. Jede Schule bietet Raum für 500 Schüler. Die Gebäude werden in drei unterschiedlichen Stadtteilen von Rio stehen.

Brafer verantwortete Entwurf, Fertigung, Lackierung und Montage der Dachkonstruktion und Tribünen. Da die paraolympischen Goalball-Meisterschaften für Menschen mit Sehbehinderung im Stadion stattfinden, legte das Team ein besonderes Augenmerk auf die Akustik. Insgesamt 2700 Tonnen Stahl wurden in den Fabriken von Brafer in Araucaria und Rio de Janeiro verarbeitet – 1400 davon für die Dachkonstruktion, 1100 Tonnen für die Tribünen und weitere 200 Tonnen für die Treppen und Zugangsrampen. Das Projekt folgte einem ehrgeizigen Zeitplan mit Überlappungen bei Fertigung und Montage. Die größte freie Spannweite der Arena beträgt 122 Meter. Für die Montage der 90 Meter langen, 75 Tonnen schweren Träger benötigte Brafer zwei Kräne.

Vor allem der reibungslose Austausch von Modelldaten spielte eine zentral für das Team von Brafer. Mit Tekla BIMsight, dem professionellen Werkzeug für die Projektkoordination, konnten die Beteiligten Modelle teilen, auf Kollisionen prüfen und alle Informationen in einer gemeinsamen BIM Umgebung austauschen.  

Youth Arena: Erst Wettkampf, dann Freizeitentspannung

Für die Youth Arena musste Brafer ebenfalls stolze 2500 Tonnen Stahl modellieren, fertigen und montieren. Auch bei den Anlagen in der Sportstätte Deodoro, Austragungsort für Basketball- und Fechtwettkämpfe, stellte vor allem die Montage eine Herausforderung dar. Die 70 Meter langen und 40 Tonnen schweren Rohrfachwerke für die Dachkonstruktion wurden in vorgefertigten Segmenten auf die Baustelle geliefert, dann verschweißt und mit zwei 120 Tonnen schweren Kränen montiert.

Nach den Olympischen Spielen werden Teile der Anlage wie der Kanu-Slalomparcours und die BMX-Bahn teil eines Extremsport-Parks werden, dem zweitgrößten Park der Stadt. Durch die intelligente und vorausschauende Planung können die Brasilianer auch nach den olympischen Wettkämpfen die entstanden Bauwerke nutzen – ob für Bildung oder Freizeitgestaltung.

Weitere Informationen zu Tekla BIM Lösungen finden Sie unter http://www.tekla.com/de/lösungen
Mehr zum Thema BIM finden Sie unter www.tekla.com/de/bim

 

  

 

 

  

 

 
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