Mehrwert durch modellbasierte Planung und Ausführung: Tekla Forum "BIM im Massivbau"

Building Information Modeling (BIM) ist derzeit in aller Munde. Doch welchen Mehrwert kann die modellbasierte Planung und Ausführung tatsächlich bieten und wie lassen sich entsprechende Prozesse in der Praxis für den Massivbau gestalten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Tekla Forums „BIM im Massivbau“, welches am 18. Juni im Compass-Haus in Eschborn stattfand. Rund 30 Teilnehmer nutzen die Möglichkeit, um sich gemeinsam mit Tekla und ihren Partnern auszutauschen. Das Tekla Forum konzentriert sich dabei auf die drei zentralen Bereiche „Building Information Modeling“, „Building Information Management“ und „BIM auf der Baustelle“.

Building Information Modeling – Mehrwert durch akkurate Gebäudemodelle

Ein Werkzeug für die Erstellung erster 3D-Modelle in der frühen Entwurfsphase stellt die Trimble Software SketchUp dar. Solveig Heimlich, Produktmanagerin beim SketchUp Distributor Softtech, stellte die Möglichkeiten und intuitive Bedienung der Software vor. Für detaillierte Planung und Modellierung von Bauprojekten bietet die BIM-Software Tekla Structures vielfältige Möglichkeiten. Das Tekla Modell enthält alle relevanten Informationen eines Projekts und bildet dieses im virtuellen Raum exakt ab. Über das Tekla Warehouse können dabei für die schnelle und akkurate Modellierung z.B. auch spezifische Einbauteile verschiedener Hersteller direkt ins Modell eingefügt werden. Peter Kleine, Leiter der Technischen Dokumentation bei HALFEN, berichtete, wie auf diese Weise intelligente Produktkonfigurationen den BIM Prozess unterstützen können.

Building Information Management – Informationen sinnvoll nutzen

Neben der reinen Modellierung eines Gebäudemodells ist vor allem interessant, wie die Daten im BIM-Prozess verwendet werden. In Tekla Structures können dabei mit dem Tekla Model Organizer wertvolle Informationen für die objektbasierte Terminplanung und Ausführung auf der Baustelle verwaltet und genutzt werden, wie z.B. Betonmengen, Informationen zu Betonierabschnitten oder Schalungsflächen. Alternativ können die Daten auch zur Analyse an andere Planungslösungen übergeben werden. Mario Bender von RIB Software stellte die Möglichkeiten von RIB iTWO  als 5D-Lösung für Kalkulationsphase, Bauausführung und Abrechnung vor. Durch den RIB iTWO Export können Anwender dabei Informationen aus dem Tekla Modell direkt an RIB iTWO übergeben.

Wie die erfolgreiche Umsetzung von BIM in der Praxis aussehen kann demonstrierte der Vortrag von Timo Engl, Tekla Structures Anwenderbetreuer beim Bauunternehmen MAX BÖGL. Deutschlands größte Bauunternehmung in Privatbesitz arbeitet in ihren Projekten sowohl mit der Tekla BIM Software als auch RIB iTWO und setzt in allen Phasen auf BIM – einschließlich Planung, Fertigung, Ausführung und Montage.

BIM auf der Baustelle – Von Positionierung bis Bestandsaufnahme

Auch wenn der Einsatz von BIM heute vor allem in frühen Projektstadien stattfindet, zeigen Untersuchungen, dass der größte Mehrwert in späteren Phasen und auf der Baustelle entsteht. Trimble Partner Allnav stellte Lösungen aus dem Bereich „BIM to Field“ und „Field to BIM“ vor. So können durch Laserscanning wertvolle Bestandinformationen von der Baustelle gewonnen werden. Umgekehrt ermöglichen Positionierungslösungen wie Totalstationen, Daten aus dem BIM Modell direkt auf die Baustelle  zu übertragen. Durch mobile Lösungen wie Tekla Field 3D können Unternehmen Gebäudeinformationen direkt auf der Baustelle nutzen und so zuverlässiger Planen und Ausführen.

Der Weg bis zur flächendeckenden Umsetzung und Anwendung von BIM ist noch ein weiter. Dass es sich bei der modellbasierten Planung und Ausführung jedoch um die Arbeitsmethode der Zukunft handelt, an der kein Weg vorbeiführt, spiegelten die Vorträge des Tekla Forums allesamt wider. Die Veranstaltung machte dabei deutlich, dass schon heute vielfältige Werkzeuge und Lösungen existieren, die von vielen innovativen  Unternehmen erfolgreich eingesetzt werden.