Building Information Modeling in Deutschland

BIM wird bis 2020 stufenweise eingeführt

Andere Länder wie Großbritannien haben es bereits vorgemacht, nun ist auch in Deutschland das Thema Building Information Modeling an höchster Steller aufgehängt. Auf dem Zukunftsforum digitales Planen und Bauen am 15. Dezember 2015 in Berlin hat Bundesminister Alexander Dobrindt die Pläne der Bundesregierung vorgestellt BIM ab 2020 bei allen neu zu planenden Projekten des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) einzusetzen.

Der Stufenplan der Bundesregierung sieht eine Umsetzung in drei Schritten vor. Nach einer Vorbereitungsphase bis 2017 und einer Pilotphase bis 2020 soll BIM ab 2020  in allen neuen öffentlichen Projekten zur Anwendung kommen. "Wir wollen das digitale Planen und Bauen bundesweit zum Standard machen", erklärte Dobrindt. "Die öffentliche Hand muss dabei als großer Bauherr vorangehen und den Kulturwandel treiben". Mit dem BIM Stufenplan setzt die Bundesregierung eine der zentralen Empfehlungen der Reformkommission Großprojekte um.

Weitere Informationen: BMVI

 

Zentrale Akteure und Initiativen in Deutschland

Reformkommission Großprojekte des BMVI: Die 2013 gegründete Reformkommission des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur hat das Ziel, konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um Kostenwahrheit, Kostentransparenz, Effizienz und Termintreue bei Großprojekten der deutschen Bauwirtschaft zu erhöhen. Als einer der zentralen Bausteine hierfür wird die so genannte Digitalisierung des Bauens verstanden.

planen-bauen 4.0 gmbH: Die Gesellschaft zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens mbH geht auf eine Initiative der Reformkommission Großprojekte zurück und wurde Anfang 2015 von führenden Verbänden und Institutionen als nationale Plattform, Kompetenzzentrum und Gesprächspartner rund um Building Information Modeling und die Digitalisierung der Baubranche gegründet. Die Gesellschaft soll die Rolle der Wegbereiterin bei der Einführung von BIM in Deutschland übernehmen.

BIMiD - BIM Referenzobjekt in Deutschland: Das Förderprojekt BIMiD ist Teil der Förderinitiative "eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern" im Rahmen des Förderschwerpunkts "Mittelstand-Digital" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ziel von BIMiD ist es, die Building-Information-Modeling-Methode anhand konkreter Bauprojekte beispielhaft zu demonstrieren.

buildingSMART: Ziel der buildingSMART-Initiative ist es, durch die Etablierung modellbasierter Ansätze die Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden zu optimieren. buildingSMART fördert offene Schnittstellen und damit die openBIM Methode. Die Grundlage für einen allgemeinen Ansatz ist die Verwendung offener Standards, insbesondere des IFC-Standards (Industry Foundation Classes), der von buildingSMART International als offener Datenstandard für das Bauwesen entwickelt wurde. Das deutschsprachige Chapter buildingSMART e.V. ist eines der Gründungsmitglieder der planen-bauen 4.0 GmbH.

Bundesverband Bausoftware: Der Bundesverband Bausoftware e.V. (BVBS) wurde mit dem Ziel gegründet, die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der Bauwirtschaft durch den Einsatz von Bausoftware zu stärken. Als Vertreter der IT und Softwareunternehmen spielt der BVBS eine aktive Rolle bei der zunehmenden Etablierung von BIM in Deutschland und bringt sich aktiv in den Dialog zur Entwicklung neuer Standards ein. Der Verband zählt dabei auch zu den Gründungsmitgliedern der planen-bauen 4.0 GmbH.

Alexander Dobrindt

"Wir starten eine Offensive zur Digitalisierung der Baubranche. Mit modernsten digitalen Methoden sollen Bauprojekte effizienter und im Zeit- und Kostenrahmen realisiert werden. Wir werden Planen und Bauen mit BIM für unsere Infrastrukturprojekte ab 2020 verbindlich machen. Mit Pilotprojekten optimieren wir den Einsatz dieser Planungsmethoden. Das ist eine Modernisierungsoffensive für die weltweit tätige deutsche Bauindustrie."
Alexander Dobrindt
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur 2013-2017