Marienhospital Stuttgart: Klinikumbau bei laufendem Betrieb

Bei Umbau und Erweiterung des Marienhospitals in Stuttgart war das Ingenieurbüro Boll und Partner beteiligt.

Mit dem Umbau des Großklinikums „St. Marien“ in Stuttgart stellt sich das Ingenieurbüro Boll und Partner einer besonderen Herausforderung: Bis September 2015 wird das Gebäude bei uneingeschränktem Klinikbetrieb umfassend saniert und erweitert. Vor allem im hochinstallierten Bereich der Intensivstation erfordert dies exzellente Planung und Koordination. Für Boll und Partner erwies sich die BIM-Software Tekla Structures als optimales Werkzeug für die Abstimmung des Planungsprozesses.

Tekla-Structures-Modell des Marienhospitals in StuttgartDas aus dem Jahr 1978 stammende Marienhospital besteht aus einem Kerngebäude mit neun Stockwerken und Hubschrauberlandeplatz sowie einem äußeren Gebäudeteil mit bisher drei Stockwerken. Für den Um- und Ausbau der Intensivstationen und der umfangreichen Gebäudetechnik wird nun der äußere Gebäudeteil um zwei Etagen aufgestockt. Als führendes Tragwerksplanungsbüro im süddeutschen Raum im Bereich Building Information Modeling (BIM) wurde Boll und Partner mit der Tragwerksplanung für den komplexen Bestandsumbau beauftragt.

Zügiger Ablauf unter beengten Platzverhältnissen

Das Tragwerksplanungsbüro wählte die BIM-Software Tekla Structures als optimales Werkzeug für die Abstimmung der Stahlkonstruktion mit den Fachplanern.Größte Herausforderungen ist es, den Klinikbetrieb ohne Einschränkungen weiterführen zu können - inklusive der in den Geschossen direkt unter den Baumaßnahmen gelegenen Ambulanz. Das Projekt muss daher in einer möglichst kurzen Bauzeit abgewickelt werden. Die Aufstockung des bestehenden Gebäudeteils erfordert eine auf Gewichtminimierung ausgelegte Konstruktion, um die Lastreserven des Bestandsgebäudes nicht zu überschreiten, da Verstärkungsmaßnahmen im laufenden Betrieb unmöglich sind. Die Nähe zum Bestand muss dabei ebenso berücksichtigt werden wie die räumliche Enge und die Transportwege im Krankenhausbereich.

Insbesondere hinsichtlich der Planungstiefe aller Gewerke bis hin zur Ausführung stellt das Projekt komplexe Anforderungen. Boll und Partner Geschäftsführer Hinrich Münzner war es daher besonders wichtig, dass die Kollisionsprüfungen von Tragwerk, Haustechnik, Elektroinstallation und Medizintechnik im hochinstallierten Bereich der Intensivstation in jedem Planungsschritt durchgeführt werden. Das Tragwerksplanungsbüro wählte die BIM-Software Tekla Structures als optimales Werkzeug für die Abstimmung der Stahlkonstruktion mit den Fachplanern.

BIM ermöglicht zuverlässige Zusammenarbeit

Für die Koordination der Gewerke und in den Baubesprechungen wird das kostenlose Werkzeug Tekla BIMsight verwendet.Der Austausch mit den Projektpartnern erfolgt über IFC-Dateien auf einem gemeinsamen Server. Die jeweils individuellen Anschluss-Situationen an den Bestand des Krankenhauses konnten mit der BIM-Software unter visueller Kontrolle der Störkanten und Zugänglichkeit erarbeitet werden. Die erstellten Leitdetails wurden stets als 3D-Isometrie hinterlegt, um die Montagesituation für die Ausführungsplanung aufzuzeigen. Auch in der Projektarbeit der Fachplaner spielt BIM eine wichtige Rolle. Das Tekla-Structures-Modell wurde für Heizung, Lüftung und Sanitär über die IFC-Schnittstelle ausgetauscht. Die Berechnung der Luftmengen und die Planung der Rohr-Geometrien konnten so exakt durchgeführt werden.

In Besprechungen und für die Koordination der Gewerke wird auf das kostenlose BIM-Kollaborationstool Tekla BIMsight zurückgegriffen. Hier können einzelne Bereiche im Modell kommentiert und Modelle verschiedener Arbeitsbereiche auf Kollisionen geprüft werden.

Dank des umfassenden und konsequenten Einsatzes des detaillierten BIM-Modells liegt die wirtschaftliche und termingerechte Fertigstellung des Projekts im Jahr 2015 voll im Plan.

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