6 Herausforderungen bei der Bewehrungsplanung und wie Sie diese erfolgreich meistern

Wenn Sie Stahlbeton mit traditionellen Methoden wie 2D-Zeichnungen entwerfen, treten häufig typische Schwierigkeiten auf. Zum Beispiel verbringen Sie oftmals viele Stunden damit, dieselben Entwürfe immer wieder zu überarbeiten und zu ändern. Der gesamte Projektzeitplan gerät unter Druck – muss eventuell sogar verschoben werden – und die Projektkosten steigen in die Höhe. Aber nicht nur dieses Beispiel zeigt, wie sich Projekte verzögern und Ihr Geschäft schädigen. 

Im Folgenden finden Sie einige der häufigsten Herausforderungen mit denen Sie bei der Bewehrungsplanung konfrontiert werden und einige Ideen, wie 3D-basierte Werkzeuge Ihnen helfen können, diese erfolgreich zu meistern.

Herausforderung 1: Kollisionen bei der Bewehrung 

In Ihrer Bewehrungsplanung kollidieren benachbarte Bewehrungsstäbe, die auf einer separaten Zeichnung detailliert sind. Dies kann aus zwei Gründen passieren. Entweder arbeiten Sie auf einer 2D-Zeichnung, in der die eigentlichen Formen nicht leicht zu erkennen sind. Oder aber Sie verwenden viele Zeichnungen, um verschiedene Bewehrungsteile zu planen, ohne alle Teile zusammenzufügen. Infolgedessen werden Kollisionen erst erkannt, wenn die Bewehrung auf der Baustelle verlegt wird.

Die Lösung: 

Bei der Verwendung von 3D-Planungswerkzeugen wird die gesamte Bewehrung in einem einzigen 3D-Modell dargestellt. Die Bewehrung wird in voller Geometrie abgebildet, anstatt nur verwirrende und überlappende Linien zu zeigen. Dadurch werden potenzielle Kollisionen mit benachbarten Elementen viel früher im Prozess erkannt. So können Sie Probleme rechtzeitig vor der Erstellung der Zeichnungen und der Bestellung der Bewehrung beheben sowie Zeit, Material und Ressourcen vor Ort sparen.

Herausforderung 2: Kleine Fehler in der Bewehrungsplanung führen zu hohen Kosten 

In einer 2D-Zeichnung kann es vorkommen, dass Stäbe falsch gekennzeichnet sind. Ein einfacher Tippfehler kann in einer 2D-Planungsumgebung viele Probleme verursachen. Nehmen wir an, dass ein Stab in der Werkszeichnung als Nr. 4 statt als Nr. 14 gekennzeichnet ist. Nachdem die Stäbe auf der Grundlage der Zeichnung gefertigt wurden, gibt es keine Möglichkeit, diesen Fehler auf der Baustelle zu korrigieren. Sie müssen neue Stäbe bestellen, was den Zeitplan Ihres Projekts verzögert, Material verschwendet und die Kosten erhöht.

Die Lösung:

In einem 3D-Modell treten diese Fehler erst gar nicht auf, da alle Daten korrekt verzeichnet werden. Außerdem werden verschiedene Arten von Stäben durch eine eigene Farbcodierung eindeutig und automatisch gekennzeichnet. Die Stäbe werden so dargestellt, wie sie in der Realität aussehen. Durch die farbliche Unterscheidung ist es einfach, frühzeitig Fehler zu erkennen.

Herausforderung 3: Ein wichtiges Element fehlt in Ihrer Bewehrungs-planung  

Bei der Erstellung komplexer Stahlbetonkonstruktionen in 2D ist es nicht ungewöhnlich, dass versehentlich einige Bewehrungsstäbe in den Plänen außer Betracht gelassen werden. Unter vielen flachen Linien denken Sie vielleicht, dass Sie bestimmte Elemente berücksichtigt haben, tatsächlich fehlen sie aber. Diese Fehler werden oftmals erst nach dem Ausgeben der Zeichnung bemerkt. Dann müssen Sie mit der Arbeit noch einmal von vorne beginnen.

Die Lösung:  

In einem Workflow mit 3D-Werkzeugen haben alle Projektbeteiligten Zugriff auf das Modell und können es von Anfang an einsehen. Fehlende Teile werden rechtzeitig erkannt und die Zusammenarbeit verbessert. Die Ausführbarkeit des Entwurfs und der gesamte Bauprozess können zudem schnell überprüft werden. So wird sichergestellt, dass die erforderliche Bewehrung in der Planung berücksichtigt wird und der Planungsprozess in den gesamten Arbeitsablauf passt. 

Herausforderung 4: Das Hinzufügen neuer Elemente zu Bewehrungsplänen kostet Zeit

Im Laufe des Entwurfsprozesses stellen Sie fest, dass bestimmte Elemente oder Abschnitte fehlen, sich geändert haben und hinzugefügt werden müssen. Arbeiten Sie in 2D ist dies eine mühsame, manuelle und zeitaufwändige Arbeit. Eventuell müssen Sie verschiedene Bearbeitungsversionen nachverfolgen und neue Zeichnungen für diese zusätzlichen Abschnitte erstellen.

Die Lösung: 

Wenn Sie 3D-Planungswerkzeuge verwenden, können Sie schnell neue Schnitte oder Ansichten erstellen und dem 3D-Modell hinzufügen. Alle Projektbeteiligten können die Änderungen sofort einsehen und Rückmeldung dazu geben. Die Zeichnungen werden automatisch erstellt, so dass es nicht notwendig ist, Modell und Zeichnungen separat zu erstellen. Sie können alle Daten aus dem Modell abrufen.

Herausforderung 5: Bewehrungsverdichtung an Überlappungsstellen 

Überlappungsstellen sind ein wichtiger Punkt bei der Konstruktion von Bewehrungsstäben. Leider werden sie in 2D-Zeichnungen oft übersehen. Schnell werden Linien „nur“ als Linien betrachtet und nicht als Bewehrungsstäbe. Diese müssen an den Überlappungsstellen korrekt zusammenpassen. Oft ist dies nicht der Fall, was zu Konflikten oder Verzögerungen auf der Baustelle führen kann. Das bedeutet zusätzliche Arbeit und damit mehr Kosten.

Die Lösung:

Mit 3D-Planungswerkzeugen und einem ausführungsreifen Modell lassen sich Konflikte oder Kollisionen dank der Entwurfsmodelle leicht erkennen. Diese werden zu Beginn des Planungsprozesses auf der Grundlage der Entwurfsplanung erstellt. Die Projektbeteiligten können so Probleme frühzeitig im Projekt erkennen und korrigieren, bevor die Bauarbeiten beginnen.

Herausforderung 6: Bewehrung kollidiert mit anderen Gewerken und Bauteile

Wenn der eigentliche Bau beginnt, arbeiten Mitarbeiter aus vielen verschiedenen Gewerken auf der Baustelle und fügen Bauteile zusammen. Leider ist es üblich, dass die verschiedenen Planer und Auftragnehmer separate 2D-Zeichnungen erstellen und ihre Informationen nicht teilen und kommunizieren. Der gesamte Bauplan wird erst bei Baubeginn berücksichtigt. Das kann zu Konflikten zwischen verschiedenen Strukturen führen, z. B. zwischen Bewehrung und mechanischen und elektrischen Systemen oder zwischen Bewehrung und temporären Installationen. 

Die Lösung:  

Zusammenarbeit ist für den Erfolg und die Effizienz jedes Bauprozesses unerlässlich. Konflikte, wie oben beschrieben, werden durch die Verwendung eines ausführungsreifen 3D-Modells vermieden. Eine geeignete Software ermöglicht es Ihnen, Modelle und Zeichnungen von anderen Konstrukteuren und Planern zu importieren und zu integrieren. Als Ergebnis erhalten Sie ein Modell mit allen Informationen, die Sie benötigen, um Ihre Bewehrungen reibungslos und ohne Kollisionen zu erstellen. 

Arbeiten in 3D bedeutet Mehrwert für alle Beteiligten

Viele der Herausforderungen, die bei der Arbeit in 2D entstehen, hängen damit zusammen, dass es an Kommunikation, einem gemeinsamem Verständnis und Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Projektbeteiligten (Bewehrungsplaner, Statiker, Bauunternehmer, Subunternehmer) mangelt. Die Verwendung eines 3D-Modells erhöht die Genauigkeit und Ausführbarkeit von Entwürfen und verbessert die Kommunikation. 

Dies funktioniert noch besser, wenn Sie eine Online-Plattform verwenden, die die Zusammenarbeit alle Projektbeteiligten unterstützt. Auf diese Weise haben sie Zugriff auf die verschiedenen Entwürfe und können in den wichtigsten Phasen des Prozesses ihre Kommentare abgeben. Der Bewehrungsplaner kann auf Grundlage der Anmerkungen problemlos Änderungen und Ergänzungen vornehmen, bevor die Zeichnungen fertiggestellt und ausgegeben werden. Dies verbessert die Gesamtqualität des Projekts und hilft allen, das große Ganze zu sehen sowie ihre Zeit effektiv zu nutzen.

 

Erfahren Sie mehr den Umstieg von 2D auf 3D. Lesen Sie hier über das Ingenieurteam Trebes, das im Massivbau in die Digitalisierung gestartet ist.

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