CCTV Towers, Peking, China

Der aktuelle Bauboom in China erhöht nicht nur rasant den Verbrauch der weltweiten Stahlvorräte, sondern bereitet gleichzeitig die Bühne für einige der größten und interessantesten Architektur- und Ingenieurprojekte der heutigen Zeit. Bestes Beispiel dafür ist der neue Hauptsitz von China Central Television mit der Form eines umgedrehten asymmetrischen U, das sich aus zwei L-förmigen am Boden und in der Höhe miteinander verbundenen Hochhäusern zusammensetzt. Die winkelig aufeinandertreffenden Strukturen bilden schließlich eine Schleife. Das Gebäude wird aus mehreren horizontalen und vertikalen Einzelsektionen bestehen und somit vielmehr eine erdnahe Konstruktion als einen herkömmlichen Wolkenkratzer darstellen. Rechtzeitig zur Übertragung der Olympischen Spiele 2008 in Peking ist die Fertigstellung des Projekts geplant. Auftraggeber ist die chinesische Regierung, die eine Neugestaltung der Pekinger Innenstadt durch innovative und funktionale Architekturprojekte bei gleichzeitigem Erhalt verschiedener historischer Gebäude anstrebt.
Mit seiner Gesamtbaufläche von 405.000 m² und einer Höhe von 230 m wird das Projekt ca. 600 Millionen Euro kosten. Das innovative Gebäudedesign, das aufgrund seines hohen Anspruchs viel Erfahrung mit mechanisch-elektrischen Systemen,
Stahlbau und Hochhausbau sowie in der Projektverwaltung erfordert, hat ganz und gar nichts mit den chinesischen Architekturkonventionen gemein. Die beiden um 60 Grad geneigten und unten und oben rechtwinkligen Hochhäuser stellten für die beauftragten Planer und Ingenieure eine wahre Herausforderung dar.

Die Ingenieure setzten bei der Verwirklichung des Projekts auf eine Art Exoskelett aus Querträgern an den Außenseiten des Gebäudes, um es gegen die Erdanziehungskraft und auftretende Querbelastungen abzusichern. Tatsächlich ist die Konstruktion derart komplex, dass es den Planern unmöglich war, sich die einzelnen Verbindungselemente ohne Hifsmittel vorzustellen. Das Tekla-3D-Modell war daher insbesondere bei der Planung und Konstruktion der Verbindungen im Projekt extrem hilfreich. Die Planer verwendeten Tekla Structures, um die einzelnen Verbindungen zunächst zu modellieren und eine Vorstellung von deren Form zu bekomme, um dann anschließend die dazugehörigen Berechnungen anzustellen. Auch bei den Detailplanungsarbeiten und der Anfertigung der Übersichts- und Einzelteilzeichnungen für die Fertigungsphase kam Tekla Structures zum Einsatz. Bei der Planung der Verbindungen mussten zudem, wie bei allen Gebäuden in Peking, strenge Erdbebenanforderungen berücksichtigt werden. Die Innenraumböden werden daher z. B. durch dünne Betonkerne gestützt. Für das Projekt lieferte die beauftragte Stahlbaufirma insgesamt 120.000 Tonnen Stahl an.
Khalifa Sports City Tower, Doha, Katar

Mit einer Höhe von 318 Metern ragt der so genannte „Feuerturm“ aus dem städtischen Sportkomplex von Doha (Katar) hervor. Der Turm stand im Mittelpunkt der im Dezember 2006 veranstalteten 15. Asian Games und gilt derzeit als höchste Konstruktion in ganz Doha. Aufgrund seiner Größe und der Nähe zum Khalifa International Stadium, dem Hauptaustragungsort der Spiele, wurde der Turm zum Wahrzeichen der Spiele und
obendrein zur Olympischen Fackel. Gegen Ende 2007 wurde man schließlich auch mit dem Innenausbau des Turms fertig, der u. a. ein Fünf-Sterne-Hotel beherbergt. Im Zentrum der geschwungenen Außenhülle befindet sich der innere Turm, welcher vier kreisrunde
Strukturen trägt.

Über den inneren Turm sind sämtliche Bereiche des Bauwerks schnell und problemlos zu erreichen. Da die Konstruktion vollständig von ebenem Land und Wüste umgeben ist, muss sie nicht nur starken Windbelastungen, sondern auch drohenden Sandstürmen sowie Temperaturdifferenzen zwischen 5º C an Winternächten und 85º C im Hochsommer standhalten. Außen ist das Gebäude von einem stählernen Netz umgeben, das während der Asian Games mit LED-Lampen beleuchtet wurde. Auf eine robustere und somit schwergewichtigere Außenfassade verzichtete man ganz bewusst, da sonst das Gebäude seine Schlankheit und somit seinen größten Vorteil gegenüber den herrschenden extremen Naturbedingungen hätte einbüßen müssen. Durch den Verzicht auf eine solche Fassade für den Großteil des Gebäudes werden die darauf einwirkenden Kräfte erheblich verringert. Während Wind und Sand die metallische Netzstruktur problemlos durchdringen können, wird der mittlere Gebäudekern ausreichend geschützt, um dem Turm die nötige Stabilität zu verleihen.
Die Stahlkonstruktion verfügt über mehrere Auskragungen, die allesamt vom Betonkern getragen werden. Es erfüllt sowohl die strengsten geltenden Baustandards und -vorschriften als auch die höchsten Qualitätsansprüche. Die Sicherheit der Konstruktion
wurde u. a. auch im Windkanal auf die Probe gestellt.
Ski Dubai, VAE

Das ganz im Stil einer Gebirgsregion gestaltete Ski Dubai ist die erste Indoor-Skianlage in Nahost. Die zum Einkaufszentrum Mall of the Emirates gehörende Attraktion lädt auf insgesamt 3000 Quadratmetern Schneefläche zum Skifahren, Snowboarden und Schlittenfahren ein und bietet das ganze Jahr über mitten in der Wüste pures Schneevergnügen. Tiger Steel Engineering arbeitete mit Tekla Structures und erzielte bei den Stahlbauplanungsarbeiten für diese äußerst anspruchsvolle Konstruktion herausragende Ergebnisse.
Das in L-Form konstruierte Schneeparadies hat einen Durchmesser von 200 Metern (22.500 qm Gesamtfläche mit zahlreichen Indoor-Pisten) und steht am höchsten Punkt ganze 85 Meter über der darunter verlaufenden Hauptverkehrsstraße. Auf der mit 400 Metern längsten aller Pisten beträgt der Höhenunterschied stattliche 60 Meter. Durch die Einbindung einer 60-Grad-Kurve wird jede Abfahrt zu einer wahren Herausforderung. Die Snowboarder hingegen erfreuen sich an einer 90 Meter langen Quarterpipe und der riesigen Vielfalt im womöglich größten Indoor-Schneepark der Welt.

An der aufwendigen dritten Phase des komplexen Ski Dubai-Projekts arbeiteten bei Tiger Steel lediglich zwei Planer. Ohne Tekla Structures wären zehn Planer und obendrein zwei zusätzliche Arbeitsmonate nötig gewesen. Den Angaben eines Mitarbeiters von Tiger Steel zufolge konnte man dank Tekla Structures erhebliche Zeiteinsparungen sowie fehlerfreie und hundertprozentig genaue Planungsergebnisse erzielen. Auch die Integration der Software in die vorhandene Arbeitsumgebung sei völlig problemlos gewesen.
North East Tower Center, Padua, Italien


Mit dem neuen 20-stöckigen und 80 Meter hohen Tower des NET-Center hat man das italienische Padua um eine neue Sehenswürdigkeit bereichet. Das Gebäude wurde mitten auf einem offenen Platz konstruiert, wo es perfekt zur Geltung kommt. Als geeignetes Baumaterial für den Blickfang wählte man Stahl. Durch den Einsatz von Tekla Structures konnten die Architekten ihre technisch sehr anspruchsvollen Baupläne problemlos umsetzen. So verwendete man die Software beispielsweise zur Modellierung der Stützen und Träger des Towers. Zum Verbinden der Stützen setzte man auf die Vorteile des Durchstrahlschweißens; die Schweißträger für die 20 Etagen hingegen wurden mithilfe von Schrauben verbunden. Tekla Structures sorgte dabei nicht nur für eine schnellere Bearbeitung der einzelnen Komponenten, sondern auch für die richtige und genaue Durchführung sämtlicher Montageschritte.
Das untere Gebäude, der Palazzo Tendenza, zeichnet sich durch eine deutliche und gerade Linienführung aus, die ihm ein elegantes und schlichtes Wesen verleiht. Auf fünf aus Stahl und Glas konstruierten Etagen verteilen sich 13.300 m² Gesamtbodenfläche. Im Inneren ist das Gebäude vollständig von Licht durchflutet. Von der großzügigen „Galerie“ im Zentrum des Gebäudes aus sind sämtliche Gebäudebereiche über stählerne Gänge zu erreichen. Die beiden Hauptansichten des Gebäudes bestehen fast vollständig aus Glas. Neben der Außenfassade befindet sich eine zusätzliche Fassadenebene aus Graustahl, mit der die Innenräume vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden. In dem Tower werden Büroräume und ein Hotel untergebracht. Sämtliche Fußböden sind trapezförmig, wobei die Trapezformen auf den einzelnen Etagen variieren. Auf der Fassade dominieren die prägnanten Formen und Flächen einer roten Stahlkonstruktion, deren Querstreben als Sonnenschutz für die Glasaußenfassade dienen. Ein Betonkern mit „herabhängenden“ Leichtbetonplatten bildet das Zentrum des Gebäudes.
Swan Bells Tower, Perth, Australien

Als die zwölf Glocken in der Kirche London St. Martin‘s in the Fields für das in die Jahre gekommene Gebäude zu schwer wurden, war es an der Zeit, die Kirche mit einem neuen Geläut auszustatten. Die ersten sechs Glocken wurden bereits im 14. Jahrhundert gegossen und später durch sechs weitere Sonderanfertigungen vervollständigt. Anlässlich der Zweihundertjahrfeier Australiens im Jahr 1988 wurden die Glocken schließlich der Stadt Perth überreicht. Mittlerweile hängen die Glocken im Swan Bells Tower von Perth, einem architektonischen Wahrzeichen der Stadt, dessen Anmut und Größe regelmäßig im Klang der Glocken widerhallen. Um die komplexe Geometrie des Gebäudes mit seinen doppelt geschwungenen Segeln auszuarbeiten, arbeiteten die Planer von Steelplan Australia eng mit den Architekten zusammen.
Das von den Planern erstellte Tekla Structures-Modell wurde schließlich verwendet, um die notwendigen Daten zur Fertigung der Stahl-, Fassaden- und Glaselemente zu ermitteln. Auf diese Weise konnte man sicherstellen, dass sämtliche Einzelteile auf der Baustelle perfekt zusammenpassen würden. Das Bauwerk selbst ist zweiteilig und umfasst einerseits eine Glockenkammer aus verstärktem Beton und andererseits einen achteckigen Turm aus Stahl und Glas, der 82,5 Meter hoch ist und dessen Umfang an der untersten Stelle lediglich 6,5 Meter beträgt. Zur Herstellung der Segelkonstruktionen verwendete man viereckige und kreisförmige Hohlelemente und verkleidete diese mit Kupferschindeln. Das Stahlgerüst des Turms besteht aus sechs vorgefertigten Einzelsegmenten, die zylindrische Turmspitze hingegen ist dreigeteilt.
Sämtliche Vorbereitungsarbeiten für das Gebäude wurden extern abgewickelt, um Montageprobleme zu vermeiden und alle Formen und Kurven mit höchster Präzision umzusetzen. Während man bei diesen Arbeiten auf hochstabile Schweißnähte setzte, kamen bei der Höhenmontage Schraubverbindungen zum Einsatz, sodass Schweißarbeiten auf der Baustelle vermieden werden konnten. Zur Verbindung der Glaselemente an den Schraubverbindungen des Turms entwickelte man spezielle druckversiegelte Fugen. Der Turm konnte somit zunächst in großen Einzelsegmenten abseits der Baustelle vormontiert und erst nach der Endmontage vor Ort vollständig verglast werden. Ein 400 Tonnen schwerer Mobilkran (der größte in Westaustralien) half schließlich dabei, das Projekt fertigzustellen. Die Glockenkammer wird manchmal auch als „größtes Musikinstrument der Welt“ bezeichnet.
Lesen Sie mehr über Tekla Structures