Das erste runde Gebäude im Nahen Osten, das Aldar-Hauptquartier, war gleichzeitig das erste BIMIngenieurbauprojekt (BIM – Building Information Modeling) im Nahen Osten von William Hare. Dabei wurde bereits in den frühesten Projektphasen mit Konstruktions- und Modelldaten gearbeitet, um den Prozess der Materialbeschaffung sowie die Materialnutzung optimal gestalten zu können.
BIM (Building Information Modeling) in frühen Projektphasen
Das auf der Building Exchange-Konferenz zum besten futuristischen Design 2008 gekürte Aldar HQ bietet flexible Gewerbe- und Büroflächen und fügt sich eindrucksvoll in die Skyline von Abu Dhabi ein.
Das markante, auf einer erhöhten Halbinsel mit spektakulärem Blick über die Stadt, den Kanal und das Meer errichtete Gebäude bietet funktionale, offene und effizient teilbare Büroflächen mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten und zeichnet sich durch die zentrale Lage zu den Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten von Al Dana und Al Raha Beach aus.
Beteiligte am Aldar-Projekt
Auftraggeber: Aldar/Laing O’Rourke JV
Interdisziplinäre Planung: Arup
Architekt: MZ&Partners
Stahlkonstruktion: William Hare
Fassade: Gartner/Permasteelisa
Frühzeitige Materialplanung
Die Entwürfe der Auftraggeber wurden von William Hare mithilfe der BIM-Software Tekla Structures umgesetzt, wodurch das Unternehmen in der Lage war, die Effizienz zu steigern und praktische Lösungen für Fertigungsstätten zu entwickeln. Dabei wurden bereits in der Frühphase Konstruktions- und Modelldaten verwendet, um den Prozess der Materialbeschaffung sowie die Materialnutzung optimal gestalten zu können. Die William Hare-Gruppe arbeitet seit 10 Jahren mit Softwarelösungen von Tekla. Während der Einsatz von BIM im petrochemischen Bereich längst zur Routine geworden ist, war das Aldar HQ für William Hare das erste BIMIngenieurbauprojekt im Nahen Osten. Die Herausforderung bestand darin, den Entwurf der Ingenieure und Architekten bis ins kleinste Detail zu integrieren, wofür Modellprüfungen mithilfe von Modellierungslösungen anderer Anbieter erforderlich waren.
20 % Einsparungen bei Detaillierung
Indem Architekten und Planungsbüro auf Modelle mit gleichem Präzisionsgrad zugriffen, konnte bereits in den ersten Konstruktionsphasen eine Zeitersparnis von 5 % erzielt werden. Das Importieren der Daten für die Folgegewerke im Zusammenhang mit der Stahlkonstruktion ermöglichte weitere Zeiteinsparungen. Wenn die Bereitstellung von 2D-Daten für die Folgegewerke gewünscht gewesen wäre, hätten nicht nochmals 20 % bei der Projektdetaillierung eingespart werden können“, so Andy Gleaves, Technischer Direktor von William Hare.
Weiter führt er aus: „Während der Fertigungsphase wurden die vom Tekla-Modell abgeleiteten Zeichnungsdetails nahtlos in unser Inhouse-Fertigungsdatenpaket integriert und daraus z. B. NC-Dateien für unsere CNCMaschinen sowie zur Verwaltung der Stücklistendaten erstellt. In der Bauphase wurden die Zeichnungen und Berichte gemeinsam mit den Tekla Web Viewer-Modellen verwendet, sodass die betreffenden Gewerke auf die strukturellen Details zugreifen und diese verstehen konnten.
Deutliche Verringerung der Produktionszeiten
Während der einzelnen Phasen arbeiteten bei William Hare unterschiedlich viele Planer an dem Projekt. In der heißen Phase waren sogar bis zu 40 Planer gleichzeitig daran beschäftigt. Unternehmensschätzungen zufolge konnte im Vergleich zu den herkömmlichen Abläufen mit Zeichnungsübergaben zwischen Auftraggeber und Teilgewerken eine Zeitersparnis von etwa 25 % erzielt werden. Dank des verwendeten Unterbaugruppenkonzepts betragen die Kosteneinsparungen bei der Zeichnungsbearbeitung geschätzte 20 %. Die Erstellung einzelner Komponentenzeichnungen mithilfe des Unterbaugruppenkonzepts ermöglichte neben der Vereinfachung der Komponentenfertigung eine deutliche Verringerung der Produktionszeiten.
Das neue Aldar-Headquarters ist das erste runde Gebäude im Nahen Osten. Es hat eine Höhe von rund 110 m und besitzt 23 Stockwerke. Der Gebäudedurchmesser beträgt 120,9 m, die Tiefe variiert von 10 m bis 36,4 m in der Mitte. Die Konstruktion besteht aus einem innen liegenden, die Horizontalkräfte ableitenden Betonkern, der von einem Diagrid-Tragwerk umgeben ist, welches gleichzeitig die Gebäudehülle bildet. Das Gebäude besteht aus 6400 Tonnen Stahl, 55.000 m² Deckenplatten sowie 25.000 m³ Beton, die Glasfläche misst 25.000 m² (3200 Glasplatten). Die Bruttogeschossfläche beträgt 61.900 m², die Nutzfläche 51.361 m². Das Gebäude umfasst zahlreiche komplizierte Elemente wie die äußeren Diagrid-Abstützsäulen, einen Außen- und Innenring, zentrale Ringsäulen, die Diagrid-Knoten und einen ebenen Träger, über den die Außen-, Innen- und Mittelsäulen aller Stockwerke verbunden sind. Das Dach als zentraler Bestandteil der Konstruktion besteht aus primären, linear zu den Säulen ausgerichteten Trägern.
William Hare führt eine Vielzahl von Projekten aus und dies in den wichtigsten Marktsegmenten wie Öl und Gas, Petrochemie, Pharmazie, Stromerzeugung, Kernindustrie, Tiefbau, Brückenbau, Flughafenbau, Infrastruktur sowie Handels- und Gewerbeflächen aus. Das Unternehmen exportiert und errichtet Stahlkonstruktionen auf der ganzen Welt und
bietet einen Rundumservice im Stahlbaubereich. William Hare wurde 1945 gegründet und ist heute das größte unabhängige Stahlbauunternehmen Großbritanniens. Es hat einen Jahresumsatz von über 180 Millionen £ und eine Finanzierungskapazität für Projekte von bis zu 50 Millionen £. Weitere Informationen finden Sie auf www.williamhare.com
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